Qualitätsmanagement
Das Land Baden-Württemberg vollzieht seit einigen Jahren einen Wechsel von der hierarchischen zu einer ergebnis- und wirkungsbezogenen Steuerung. Ziel aller verwaltungsreformerischen Ansätze in Baden-Württemberg ist es, eine Dienstleistungsqualität zu erreichen, die den Herausforderungen der Zeit, den Anforderungen möglichst vieler Verwaltungskunden und dem Selbstverständnis der Beschäftigten entspricht. Um dieses Ziel zu erreichen, muss sich die Verwaltung wandeln. Neben der „Regelsteuerung“ mit Gesetzmäßigkeit, Gleichförmigkeit, Sicherheit und den gängigen Verfahrensschritten müssen kreative Lernprozesse treten, die im wesentlichen eine Orientierung auf das Ergebnis zum Ziel haben.
Ein nach außen sichtbares Instrument dieses Verwaltungswandels ist der Wettbewerb baden-württembergischer Behörden. Das Land initiierte 1997 und 2000 die ersten beiden Wettbewerbe - damals jedoch noch ausschließlich zwischen Landesbehörden. Beim „Q 2003“ - so der Titel des dritten Wettbewerbs baden-württembergischer Behörden - konnten erstmals auch Kommunen an der „Qualitätsolympiade“ teilnehmen.
Für den Behördenwettbewerb „Q 2006", wurde der Kreis der Teilnahmeberechtigten nochmals erweitert. Dies war notwendig geworden, weil sich die Behördenlandschaft aufgrund der zum 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Verwaltungsstrukturreform stark gewandelt hatte. Die bislang selbständigen Sonderbehörden waren in die Landratsämter und Bürgermeisterämter der Stadtkreise sowie die Regierungspräsidien eingegliedert worden und hätten sich damit nicht mehr bewerben können. Um dem Rechnung zu tragen konnten sich beim Q 2006 auch organisatorisch abgegrenzte Teile einer Behörde (z. B. als Abteilung) mit mindestens 30 Beschäftigten bewerben. Gemeinden, sofern sie auch Aufgaben als untere Verwaltungsbehörde oder Aufgaben der unteren Baurechtsbehörde wahrnehmen, waren ebenfalls zugelassen.
Auch dem Q 2006 lag das auf die Bedürfnisse der öffentlichen Verwaltung angepasste Modell für Exzellenz der „European Foundation for Quality Management“ zugrunde. Baden-Württemberg stellte damit hohe Anforderungen an seine teilnehmenden Behörden: Sie mussten in allen für die Behörden relevanten Bereichen ihre Modernisierungsansätze darstellen und konkrete Messergebnisse vorweisen. In diesem vierten Wettbewerb baden-württembergischer Behörden wurde ein umfassendes Qualitätsmanagement zu den Kriterien „Führungsverhalten, Leitbild, Strategie und Ziele“, „Mitarbeiterorientierung und -beteiligung“, „Ressourcen“, „Geschäftsprozesse “, "Kundenorientierung", "Kundenzufriedenheit", "Mitarbeiterzufriedenheit", "Image und gesellschaftliche Verantwortung“ und "Geschäftsergebnisse" gefordert und bewertet.